Der Messaufbau bei der objektiven, zweidimensionalen Ganganalyse
Damit Bewegungsdaten sinnvoll ausgewertet und miteinander verglichen werden können, muss die Aufnahme unter möglichst definierten Bedingungen erfolgen. Bei der 2D-Analyse wird die Bewegung des Pferdes von einer Körperseite aus erfasst. Die Messung erfolgt meistens während des Trabens auf gerader Strecke. Da sich die Gliedmaßen des Pferdes überwiegend in dieser Ebene bewegen und die Bewegung des Widerrists von der Seite gut beurteilt werden kann, ist dieser Ansatz gut geeignet. Die Kamera wird dabei senkrecht zur Messstrecke positioniert. Auch die Position des Pferdes innerhalb der Messstrecke spielt eine Rolle. Bewegt es sich während der Aufnahme aus der vorgesehenen Bewegungsebene heraus, verändert sich die Abbildung im Kamerabild. Dadurch kann sich beispielsweise die reale Länge verändern, die einem einzelnen Pixel entspricht. Für eine möglichst genaue und reproduzierbare Messung müssen deshalb nicht nur die Bewegungsebene, sondern auch Kamerahöhe, Abstand, Bildausschnitt und Ausrichtung festgelegt werden [1].
Genau deshalb reicht ein beliebiges, seitlich aufgenommenes Handyvideo für diese Form der Ganganalyse nicht aus. Schon eine Abweichung von der vorgesehenen Bewegungsebene kann die geometrische Abbildung und damit die Messung beeinflussen. Die Videoaufnahmen werden deshalb direkt vor Ort mit dem definierten Messaufbau erstellt. So können die Aufnahmebedingungen kontrolliert und möglichst konstant gehalten werden [2].
Quellen
[1] Michelini, A., Eshraghi, A., & Andrysek, J. (2020). Two-dimensional video gait analysis: A systematic review of reliability, validity, and best practice considerations. Prosthetics and Orthotics International, 44(4), 245–262. DOI: 10.1177/0309364620921290.
[2] Zöchling, K. (2024). Accuracy of AI-based markerless tracking of equine movement. Masterarbeit, FH Technikum Wien.
